Kostenerstattung in der Kieferorthopädie
Gesetzliche Bestimmungen
Sagittale und Vertikale Stufe
Kontaktpunktabweichung
Platzmangel
Behandlungsbeginn

Kostenerstattung in der Kieferorthopädie für gesetzliche Versicherte
Nach Genehmigung des kieferorthopädischen Behandlungsplans durch die Krankenkassen werden die Basiskosten voll übernommen. Allerdings sehen die gesetzlichen Regelungen vor, dass Sie einen Teil davon zunächst selbst auslegen müssen. Dieser Eigenanteil beträgt 20%. Falls mehr als ein Kind in kieferorthopädischer Behandlung ist, beträgt dieser Anteil ab jedem weiteren Kind 10 Prozent der Kosten.

Nach Ende eines jeden Quartals wird Ihnen Ihr Kieferorthopäde Ihren Eigenanteil in Höhe von 20% in Rechnung stellen. 80% der Behandlungskosten übernimmt bis zum Abschluß Ihre Krankenkasse für Sie.

Bitte bewahren Sie die Eigenanteilrechnungen gut auf. Denn sobald die Behandlung abgeschlossen ist, erstattet Ihre Krankenkasse alle gezahlten Eigenanteile zurück

Der Erfolg einer meist sehr aufwendigen kieferorthopädischen Behandlung ist weitgehend von der Mitarbeit des Patienten abhängig. Die Erstattung des Eigenanteils nach

Gesetzliche Bestimmungen
Nach § 29 Abs.1 des Sozialgesetzbuches V haben Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen einen Leistungsanspruch,

  • wenn eine Kiefer- oder Zahnfehlstellung vorliegt, die das Kauen, Beißen, Sprechen oder Atmen erheblich beeinträchtigt.
  • Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten...

Die finanzielle Situation der gesetzlichen Kranken- kassen zwingt Versicherungsträger, Zahnärzte und Kieferorthopäden gemeinsam zu weiteren Sparmaß- nahmen. Sie betreffen auch Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Durch das neu eingeführte System der "kieferorthopädischen Indikationsgruppen" – kurz KIG genannt – wurden bestimmte Zahnstellungsanomalien aus der Leistungspflicht der gesetzlichen Kranken- kassen gestrichen, obwohl Funktionsstörungen wie

  • Mundatmung
  • fehlerhaftes Schlucken
  • Sprechfehler
  • gestörte Ästetik

vorliegen und diese aus medizinischen Gründen behandlungswürdig sind.


Sagittale Stufe - distal -

Kassenleistung: erst bei einer Frontzahnstufe über 6 mm. (Behandlungsbedarfsgrade D / 4 und 5)

Vertikale Stufe - offen -
Kassenleistung: erst bei einem offenen Biss von über 2 mm. (Behandlungsbedarfsgrade O / 3 bis 5)


Kontaktpunktabweichung - Engstand -
Kassenleistung: erst wenn Zähne sehr eng stehen und Kontaktpunktabweichungen von über 3 mm vorliegen.
(Behandlungsbedarfsgrade 3 und 4)

Kontaktpunktabweichung - lückig -
Kassenleistung: Die Beseitigung einer lückenhafte Zahnstellung ist grundsätzlich keine Kassenleistung. (Behandlungsbedarfsgrade 3 und 4)


Platzmangel
Kassenleistung: Erst wenn der Platzmangel zwischen zwei bleibenden Zähnen mehr als 3 mm beträgt und den Durchbruch eines anderen Zahnes behindert. (Behandlungsbedarfsgrade 3 und 4)


Behandlungsbeginn
Die Richtlinien für die kieferorthopädische Behandlung (Ziff.12) bestimmen u.a., dass eine Behandlung erst in der zweiten Phase des Wechselgebisses begonnen werden darf. dadurch sollen unnötig lange Behand- lungszeiten vermieden werden, da kieferorthopädische Maßnahmen erst nach dem völligen Abschluss des Zahnwechsels zu beenden sind.

Es gibt aber eine Reihe von Zahnfehlstellungen, für die eine frühere Behandlung besser ist. Dadurch kann nicht nur eine Verschlimmerung der Anomalie vermieden werden, sondern auch die daraus resultierende notwendige Entfernung von bleibenden, gesunden Zähnen.